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Viel zu tun bei der S21

Veröffentlicht am 25.06.2019, 22:18 Uhr     Druckversion

Martin Habersaat holte Experten nach Reinbek: 

 

Verspätungen, Zugausfälle und Ärger mit dem HVV-Service – das waren die gegenwartsbezogenen Aspekte der mit knapp 100 Gästen gut besuchten Veranstaltung der SPD Reinbek, die im Rathaus fragte: „Wie weiter mit der S21?“. Mit Blick auf die Zukunft ging es zudem darum, nicht nur aktuelle Ärgernisse zu beseitigen, sondern auch den ÖPNV in der Zukunft attraktiver zu machen – mit einer besseren Taktung und attraktiveren Angeboten. Eingeladen hatte Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek, den S-Bahnchef Kay Uwe Arnecke und den Verkehrsausschussvorsitzenden der Hamburgischen Bürgerschaft, Ole-Thorben Buschhüter (ebenfalls SPD).

Hamburg-Takt

Die Bestrebungen der SPD im Landtag, zu einer Taktverbesserung zu kommen, ergänzen sich mit den aktuellen Vorhaben von Senat und Bürgerschaft in Hamburg. Bis 2030 will man den „Hamburg-Takt“ schaffen und damit zahlreiche Fortschritte auf dem Gebiet der Mobilität und des ÖPNV. Bei der U-Bahn wird zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 in Großteilen des Netzes eine ganztägige 10-Minuten-Taktgarantie eingerichtet, oftmals sogar ein 5-Minutentakt. Ole-Thorben Buschhüter: „Wir glauben, dass man mit einem besseren Angebot mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf den ÖPNV bewegen kann. Das hat momentan auch Priorität vor einer Senkung der Preise.“

 

Probleme mit den neuen Zügen

„Wir haben von den neuen Zügen anderes erwartet“, räumte S-Bahnchef Kay Uwe Arnecke gleich in seinem Eingangsstatement ein.“ Zum einen sind von den 82 Zügen der Baureihe 490, die kommen sollen, erst 37 da. 72 sollen es bis Anfang 2020 sein. Aber auch bei den vorhandenen Zügen gibt es Schwierigkeiten. Die Fahrgasttüren sind störungsanfällig, vor allem wenn sie „in letzter Sekunde“ von eiligen Fahrgästen aufgerissen werden. Ist der Zug zu voll, kommt es wegen der Lichtschranke zu Problemen beim Schließen. Softwareupdates und Fahrgastinformationen sollen hier Abhilfe schaffen.

 

Personen im Gleis und neue Weichen

Weitere Verspätungsgründe sind unbefugte Personen im Gleis, beispielsweise Sprayer oder Menschen auf der Suche nach Leergut. Stück für Stück sollen immer mehr Gleise im Hamburger Stadtgebiet deshalb mit Zäunen gesichert werden. Länger warten müssen wird man auf zusätzliche Weichen, die die S21-Strecke flexibler und weniger störungsanfällig machen sollen.

 

HVV-Garantie sorgt für Ärger

Neben den Verspätungen an sich ärgerten sich die HVV-Kunden auch über den schlechten Service. So seien Verspätungen oft nicht ausreichend angezeigt und sorge die HVV-Mobilitätsgarantie für mehr Ärger als Genugtuung. Zwar gilt beim HVV seit 2011 eine Geld-zurück-Garantie – bei Einzelfahrten beispielsweise wird ab einer Verspätung von 20 Minuten am Fahrtziel der halbe Preis erstattet. Allein: Die Garantie kann zwar online beantragt werden, der Betrag -in der Regel wenige Euro- muss dann aber persönlich beim Servicecenter abgeholt werden. Martin Habersaat: „Das passt eigentlich nicht mehr ins Jahr 2019. Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch Überweisungen möglich werden.“

 

Ziel: 10-Minuten-Takt

Die SPD hatte einen 10-Minutentakt für die S21 und zusätzliche Nachtfahrten bis Aumühle im Landtag beantragt. Unter Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) war der Takt 2007 ausgedünnt worden, um 250.000 Euro jährlich zu sparen. Arnecke machte keine Hoffnung, dass man für den gleichen Preis wieder zum alten Angebot zurückkehren könne, zudem hätte sich seit 2007 das Fahrgastaufkommen um 30 Prozent vergrößert und seien die nachgefragten Kernzeiten heute umfangreicher als damals. Aber er hatte auch eine gute Nachricht: Wenn das Land es wolle, könne die S-Bahn den 10-Minutentakt leisten. Unterstützung gab es auch von Buschhüter: „Es gilt das Territorialprinzip - von Bergerdorf bis zur Hamburger Landesgrenze würde Hamburg sich sicherlich an den Kosten des besseren Taktes beteiligen. Zudem ist der 10-Minutentakt eigentlich im ganzen Netz der Mindeststandard, deshalb sollte er auch für die S21 gelten.“ Martin Habersaat sagte zu, hier nicht locker zu lassen, auch wenn die Landesregierung auf Zeit spiele – CDU, FDP und Grüne hatten als Reaktion auf den SPD-Antrag beschlossen, für 250.000 Euro ein Gutachten in Auftrag zu geben mit dem Ziel einer „ganzheitlichen Begutachtung des Netzes“.

 

Petition für besseres Angebot bei der S21

Der Reinbeker Thomas Hess hat eine „Open Petition“ eingerichtet, um das Anliegen von Angebotsverbesserungen bei der S21 zu unterstützen. Zum Zeitpunkt der Veranstaltung, auf der er ebenfalls für sein Anliegen warb, war diese bereits von knapp 2.700 Menschen unterzeichnet worden.

 

Fazit

Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergriffen das Wort oder nutzten die Gelegenheit, sich per Karteikarte in die Diskussion einzuschalten. Nicht genutzt wurde das Angebot von Martin Habersaat, Fragen auch per SMS einfließen zu lassen. Und Themen genug für weitere Initiativen des Landtagsabgeordneten gab es auch: Von P+R-Parkplätzen über eine Reform der HVV-Zonengrenzen bis hin zu einer Verknüpfung des S-Bahnangebots mit den Anschlussbussen. Martin Habersaat: „Der Kampf gegen den Klimawandel ist endlich im Mainstream angekommen. Die S-Bahn fährt schon zu 100 Prozent mit Ökostrom. Wann, wenn nicht jetzt, sollten wir massive Anstrengungen zur Verbesserung des ÖPNV unternehmen?“

 

Links:

 

Online Petition

https://www.openpetition.de/petition/online/taktverdichtung-s21-richtung-aumuehle

Landtagsanträge:

https://www.martinhabersaat.de/2019/03/10/was-kostet-der-10-minutentakt-fuer-die-s-bahn-in-reinbek/

HVV-Garantie:

https://www.hvv.de/de/garantie

 

Foto: Thomas Hess

Homepage: Martin Habersaat, MdL


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